Zahnarztpraxis Dr. Schulz in Essen-Süd

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Lyrik auf den Zahn gefühlt

Lyrik-Wettbewerb anlässlich des 20-jährigen Bestehens
der Zahnarztpraxis Dr. Detlef Schulz in Essen

Wir möchten uns herzlich bei allen Teilnehmern bedanken. Die Resonanz war überwältigend für ein zwar alltägliches, doch nicht unbedingt poetisches Thema. Dass daraus trotzdem etwas zu machen ist, das haben die Teilnehmer mit ihrer Kreativität gezeigt. Wir erhoffen uns, dass mit den Gedichten weitere Schritte dazu getan wurden und getan werden, den für viele immer noch unangenehmen Gang zum Zahnarzt zu erleichtern und Hemmschwellen abzubauen.

Die Auswahl der drei Hauptpreise aus 600 Gedichten war eine knifflige Herausforderung. Letztlich ist bei dieser breiten Qualität die Auswahl Glückssache. Die drei Hauptpreise gehen an:

1. Preis: Hans-Georg Wigge: Frühstücks-GAU

2. Preis: Margareth Matzneller: Die Fabel vom Hasen ohne Zahn

3. Preis: Brigit Keller: Ich habe nicht nur Zähne ...

Für die Buchpakete sind ausgelost worden:

Hannelore Pannek
Monika Tenbrock
Regina Manow
Detlef Seydel
Julia Ortmann-Radau
Gerhard Goldmann
Brit Gögel
Kirsten Eh
Ute Lutsch
Inken Weiand
Anne-Marie Zuther
Marc Benduhn
Eva Fischer
Peter Bisovsky
Wolfgang Baumann
Franz Maier
Wolfgang Titscherlein

Alle Gewinner werden noch per E-Mail benachrichtigt.

Das Siegergedicht:

Hans-Georg Wigge
Frühstücks-GAU

Ein Mensch lehnt sich entspannt zurück,
genießt das Morgenfrühstücksglück,
betrachtet froh den Gabentisch,
mit Knusperbrötchen, warm und frisch.

Das Leben ist ganz einfach toll,
sinniert er zart und liebevoll,
beißt in das Backwerk mit Genuss,
mit Euphorie ist jählings Schluss.

Er separiert in Windeseile,
das Harte und die weichen Teile,
die weichen kommen in den Schlund,
das Harte holt er aus dem Mund.

Dann wandert seine Zungenspitze
in eine canyongroße Ritze,
die eine Plombe hinterließ
und ihm zerstört das Paradies.

Mit starrem Blick auf jene Masse,
führt er zum Mund die Kaffeetasse,
der heiße Sud aus Kaffeebohnen
trifft auf entblößte Zahnneuronen.

Die Frau, noch schlummernd auf Matratze,
schimpft, halb im Schlaf, auf Nachbars Katze,
dreht sich noch einmal auf die Seite,
verschwindet in der Träume Weite.

Um acht wälzt sie sich aus den Daunen
und findet Leere zum Erstaunen.
Ein Zettel kündet vom Vermissten:
Bin ungeplant kurz zum Dentisten!

Der Mensch, per Auto hin zum Arzt,
schaut in den Spiegel arg verknarzt,
saugt kalte Luft ein, kommt zum Schluss:
Der Schmerz macht diesen Gang zum Muss!

Die Ankunft lässt erneut ihn fluchen,
jetzt muss er auch noch Parkplatz suchen,
dann tritt er ein, die Seele bange
und stellt sich in die Warteschlange.

Schon der Geruch lässt ihn erstarren,
soll er noch flüchten oder harren?
Gedanken rasen hin und her,
zu spät, er hört schon: "Bitte sehr?"

Er schafft, devot und larmoyant,
Mitleid erhoffend und charmant,
dass man ihn rasch dazwischen nimmt
und repariert, was kaubestimmt.

Im Wartezimmer tiefes Schweigen,
nicht einer will hier Schwäche zeigen,
doch ist wer dran, entgleist die Miene,
als ginge es zur Guillotine.

Schon wieder öffnet sich die Tür.
"Der Name, der gehört zu mir",
so denkt der Mensch mit kaltem Schweiß
und folgt der Helferin in Weiß.

Es grüßt ihn lächelnd und jovial,
der Zahnbehandler seiner Wahl,
piekst kurz in jene Riesenritze,
steht auf, holt die Betäubungsspritze.

Erst kommt der Große, laut und brummend,
dann folgt der Kleine, sirrend, summend,
zum Schluss die Füllung - reicht die Kraft?
Die Ecken glätten und geschafft.

Der Mensch spitzt kurz zur Armbanduhr,
ersehnt das Ende der Tortur,
dann kehrt zurück sein Lebensspaß,
als er die Worte hört: "Das war´s!"

Voll Dankbarkeit drückt er die Hand,
die seiner Schmerzen Heilung fand
und geht mit tauben Lippen fort
von jenem ungeliebten Ort

Als er gelöst im Auto sitzt
und seine neue Plombe blitzt,
hat er die Schmerzen rasch vergessen
und tönt bereits beim Mittagessen:

Er könne Menschen nicht verstehen,
die voller Angst zum Zahnarzt gehen,
das sei das Schönste auf der Welt ...
Bewundernd lobt die Frau den Held.

Im Bett, die Augen schwer wie Stein,
fällt ihm ein Aphorismus ein:
So manchmal hängt des Tages Glück,
an eines Kiefers kleinem Stück.

 

 

Die Originalausschreibung:

Rund um das Thema Zahn soll es beim Lyrik-Wettbewerb der Zahnarztpraxis Dr. Schulz gehen. Der thematischen und lyrischen Phantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt. Das pointierte Kurzgedicht zum verlorenen Milchzahn ist genauso willkommen wie die Ballade vom Zahnarzttermin. Ob in einem Gedicht „Zähne gezeigt“ werden oder jemand „auf dem Zahnfleisch geht“, die Weisheit des Weisheitszahns gepriesen oder ein Gebiss auf Wanderschaft geht: Alles geht.

Preise:
1. Preis 300 Euro
2. Preis 200 Euro
3. Preis 100 Euro
Und 17 Lyrikbuchpäckchen, die als Trostpreise verlost werden.
Gesamtpreisfonds: über 1000 Euro.

Einsendungen:
Senden Sie bitte bis zum 15. Mai maximal vier bisher nicht veröffentlichte Gedichte per E-Mail an gedichte@zahnheilkunst.de unter Nennung Ihres Namens und der Einverständniserklärung, dass Sie für die eingesandten Gedichte Dr. Detlef Schulz, Essen, das nicht-exklusive, aber uneingeschränkte Nutzungsrecht einräumen. Das bedeutet, der Veranstalter darf die Gedichte im Web und im Druck verwenden, ohne noch einmal nachfragen zu müssen, und Sie selbst können weiterhin die Gedichte nach Belieben nutzen.

Das Mindestalter für die Teilnahme ist 18 Jahre. Adress- und Kontodaten werden erst erhoben, wenn Sie etwas gewinnen. Ihre E-Mail-Adresse wird ausschließlich zur Kommunikation betreffs des Wettbewerbs verwendet.

Bekanntgabe der Gewinner:
Die Namen der Gewinner werden Anfang Juni am 16.06. auf der Website www.zahnheilkunst.de zusammen mit einer Gedichtauswahl veröffentlicht und die Gewinner selbstverständlich auch per E-Mail benachrichtigt. Möglicherweise wird eine Anthologie der Wettbewerbsbeiträge in Broschüren- oder Buchform veröffentlicht. Sie erhalten, falls mindestens eines Ihrer Gedichte dabei vertreten ist, ein Belegexemplar.

Zur Einstimmung zwei Klassiker der Zahn-Lyrik:

Matthias Claudius
Motetto,
als der erste Zahn durch war

Viktoria! Viktoria!
Der kleine weiße Zahn ist da.
Du Mutter! komm, und groß und klein
Im Hause! Kommt, und guckt hinein
Und seht den hellen weißen Schein.

Der Zahn soll Alexander heißen.
Du liebes Kind! Gott halt ihn dir gesund,
Und geb dir Zähne mehr in deinem kleinen Mund,
und immer was dafür zu beißen!

Wilhelm Busch
Das Zahnweh …

Das Zahnweh, subjektiv genommen,
Ist ohne Zweifel unwillkommen;
Doch hat's die gute Eigenschaft,
Dass sich dabei die Lebenskraft,
Die man nach außen oft verschwendet,
Auf einen Punkt nach innen wendet
Und hier energisch konzentriert.
Kaum wird der erste Stich verspürt,
Kaum fühlt man das bekannte Bohren,
Das Rucken, Zucken und Rumoren –
Und aus ist's mit der Weltgeschichte,
Vergessen sind die Kursberichte,
Die Steuern und das Einmaleins.
Kurz, jede Form gewohnten Seins,
Die sonst real erscheint und wichtig,
Wird plötzlich wesenlos und nichtig.
Ja, selbst die alte Liebe rostet –
Man weiß nicht, was die Butter kostet –
Denn einzig in der engen Höhle
Des Backenzahnes weilt die Seele,
Und unter Toben und Gesaus
Reift der Entschluss: Er muss heraus!! –
(Aus: Balduin Bählamm der verhinderte Dichter)

Webtipp:
Schreiben Sie nur gelegentlich Gedichte und möchten Ihre Wettbewerbsfähigkeit steigern, ist die Artikelserie „Gedichte schreiben“ beim Lyrikmond einen Blick wert.

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